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Mykonos & Athen

Mit der Fähre ging es dann weiter nach Mykonos. Wie sollte es auch anders sein, sahen alle anderen auf der Überfahrt Delfine nur ich war nicht schnell genug draußen und verpasste sie wieder (wie in Neuseeland). Einfach typisch. 

Mykonos war von Anfang an ganz anders als die anderen beiden Inseln. Es kamen kaum Leute, um ihre Pensionen anzupreisen, sodass wir am Ende nur die Wahl zwischen zwei Pensionen hatten, wovon eine weit weg vom Strand lag und sehr alt und heruntergekommen war und die andere am Strand war, aber doppelt so viel kosten sollte wie die auf Paros und Naxos. Kein Wunder also, dass hier vor allem die Reichen und Schönen Urlaub machten. 

 

 

Unsere Unterkunft lag direkt am Strand Agia Anna. Hier war es herrlich ruhig und wir freuten uns schon darauf, die Gegend zu erkunden. Wir brachen Richtung Süden auf und als wir am Paraga Beach ankamen, freuten wir uns, dass wir durch Zufall eine so ruhige Bucht erwischt hatten, denn hier ging es schon sehr viel turbulenter zu. Es waren viele Leute dort und es war nicht zu überhören, dass dies einer der Partystrände war. 

Über die Felsen wanderten wir weiter an der Küste entlang. In dem Moment hätten wir uns kaum einen anderen schöneren Ort vorstellen können, das blaue Meer funkelte unter uns und die orangen Felsen bildeten einen traumhaften Kontrast dazu und die Musik war hier auch kaum noch zu hören. 

 

 

Als nächstes erreichten wir den Paradise Beach, an dem dann so richtig die Party tobte. Mit einem Drink in der Hand tauchten auch wir einen Augenblick ein in die Partyatmosphäre und genossen das Spektakel um uns herum. Fast der ganze Strand ist mit kostenpflichtigen Liegen in Beschlag genommen und nur auf einem kleinen Bereich ziemlich abseits des Geschehens kann man kostenfrei im Sand liegen.  Um in der Sonne zu brutzeln und zu baden, gingen wir also doch wieder zurück zum Paraga Beach, wo die Musik nicht ganz so laut war und einfach perfekt zum Strandtag passte. Zum Baden war der Beach Aglia Anna vor unserer Tür nicht so gut geeignet, da er ziemlich grob war und nah am Ufer recht große Steine lagen. 

Auf der Suche nach einem Supermarkt liefen wir die Küste abends weiter in Richtung Norden entlang, vorbei am Hidden Beach bis zum Paralia Platis Gialos. Hier waren richtig schicke Hotels und Restaurants und auch die dicken Yachten, die hier in den Buchten vor Anker lagen, ließen vermuten, dass hier wohl die reicheren Inselbesucher einkehrten. Doch auch wir fanden hier ein hübsches Restaurant mit Blick aufs Meer, in dem die Preise doch erschwinglich waren. Einen richtigen Supermarkt haben wir hier übrigens vergebens gesucht. Es gibt lediglich einen kleinen Strandladen, der aber wenigstens auch Wein, Wasser uns Süßes im Angebot hatte und was will man schon mehr? 

Auf der Landzunge südlich des Aglia Anna Beach ließen wir den Abend in dem hübschen und ziemlich entspannten Club Scorpios ausklingen. Die Musik, so eine spirituelle Elektromusik, war zwar überhaupt nicht unsere und auch die Leute dort wirkten etwas abgespaced, aber es war trotzdem irgendwie ein cooles Erlebnis. Abgehoben waren übrigens auch die Getränkepreise. Das teuerste, was wir auf der Karte gesehen haben, waren eine 6l-Flasche Belvedere Vodka für 1.800€ und 6l Don Perignon Rosé für unfassbare 31.000€! Wer gibt bitte so viel Geld für ein Getränk aus? Wir jedenfalls nicht.  Stattdessen machten wir es uns mit Wein und Schlafsack bewaffnet auf zwei der tagsüber kostenpflichtigen Liegen gemütlich und genossen den Blick auf den Sternenhimmel und die funkelnden Lichter rund um den Paralia Platis Gialos, bis wir irgendwann eindösten. Etwas Schöneres kann es für mich kaum geben. 

 

 

Um noch etwas mehr von Mykonos zu sehen, zogen wir am nächsten Tag in eine Unterkunft näher an Mykonos Stadt. Auch diese Unterkunft war schon etwas in die Jahre gekommen, aber immerhin sauber und bot uns allen genügend Platz. Wir ließen uns wieder durch die Gassen der Stadt treiben bevor wir uns am Paralia Megali Ammos im Wasser abkühlten und die Sonne genossen. Hier waren nur zwei weitere Leute am Strand, es gibt als auch ruhigere Ecken auf Mykonos. 

 

 

Frisch geduscht mit Blick auf den Sonnenuntergang futterten wir eine wirklich leckere Pizza, aber auch hier merkte man an den Preisen, dass wir nun wirklich in einer richtigen Touri-Gegend angekommen waren. Das merkte man auch an den vielen Leuten, die sich den Sonnenuntergang mit Blick auf die berühmten Windmühlen ansahen, bevor sie dann in Scharen in die Restaurants strömten. 

 

 

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch die Lichter der Stadt ließen wir den Tag in einer der Bars im Kleinen Venedig mit einem Cocktail in der Hand ausklingen. Einer Partynacht steht hier absolut nichts im Wege da es Bars und Clubs zu Hauf gibt. 

 

 

Am nächsten Tag brachte uns der Besitzer der Unterkunft mit unserem Sack und Pack zur Fähre, was meist alle sehr bereitwillig machen, wenn man sie danach fragt. Mit der Fähre ging es zurück nach Athen. Dieses Mal sollte unsere Fährfahrt jedoch nicht ohne Komplikationen verlaufen. Nach einem Zwischenstopp auf Tinos kamen wir noch ohne Probleme wieder los, doch nachdem wir den Hafen von Syros (was wir von der Fähre aus gesehen haben, scheinbar auch eine sehr schöne Insel!) verlassen hatten, fiel auf einmal die Laderampe der Fähre ins Wasser und ließ sich auch nicht mehr hochfahren und ich bekam schon etwas Schiss, dass die Fähre eventuell voll Wasser laufen könnte. Die Mechaniker an Bord schafften es jedoch, die Rampe ein Stück aus dem Wasser zu ziehen und so ging es wieder zurück nach Syros. 2 Stunden später war die Rampe dann wieder ganz oben und wir konnten unsere Fahrt nach Athen fortsetzen. Hier ließ sich die Rampe dann bloß nicht wieder öffnen und somit konnte auch kein Auto von der Fähre herunter. Auch lange nachdem alle Fußgänger schon an Land waren, tat sich an der Rampe nichts. Wie gut, dass wir kein Auto dabei hatten… 

 

 

Damit wir nicht wieder in einer Unterkunft landen, in der wir uns nicht wohlfühlen, buchten wir dieses Mal eine Unterkunft, die näher am Zentrum von Athen lag und auch recht gute Bewertungen hatte. Soweit der Plan. Mit der Metro ging es in die Stadt und von dort dann zu Fuß einen halben Kilometer quer durch die Stadt, größtenteils bergauf. Wir kamen an vielen Tavernen vorbei, die alle so gemütlich aussahen und mit dem griechischen Geplauder und Gelächter so viel gute Laune verströmten. Der zweite Eindruck von Athen war also schon gleich viel besser, was zum Großteil auch an den belebten Straßen lag, durch die wir spazierten. 

Auch unsere Unterkunft sah auf den ersten Blick einfach traumhaft aus: sie war recht nah an der Akropolis gelegen und hatte eine richtig hübsche gelbe Fassade mit grünen Fensterläden und sah dadurch so gemütlich aus. An der Klingel gab es dann aber das erste Problem. Denn dort standen keine Namen, sodass wir auch nicht wussten, wo wir klingeln mussten. Also rief ich kurzerhand den Besitzer an, dessen Nummer wir glücklicherweise hatten, und der wiederum schickte uns seinen Cousin vorbei zum Einchecken. Der kam dann auch – nassgeschwitzt und mit so einer Fahne, dass wir schon beim Sprechen mit ihm besoffen wurden. Aber gut, wer kann es ihm bei dem leckeren Wein und Ouzo schon verdenken? Auf der Straße stank es irgendwie und dieser Geruch wurde noch doller, als der Cousin uns die Haustür öffnete. Es stank so sehr nach Katzenpipi und -kacka, dass wir am liebsten sofort die Flucht ergriffen hätten. Da die Tür jedoch erstmal nur auf einen Innenhof führte, hofften wir auf Besserung in unserer Unterkunft und schlossen die Tür direkt hinter uns, um den Gestank auszusperren. Doch das hätten wir uns sparen können, denn auch die Zimmer stanken einfach so ekelig, das Bad war dreckig und verschimmelt und konnte vom Gestank absolut mit dem Vorflur mithalten. Da es schon so spät war, beschlossen wir trotz allem, die Nacht dort zu verbringen und nicht gleich Reißaus zu nehmen. Ach und die einzigen Fenster, die die Zimmer hatten, führten auch auf den Innenhof, sodass Lüften auch nicht infrage kam. Wir verließen die Unterkunft ganz schnell und flüchteten uns lieber in die Straßen der Stadt, aßen noch etwas und dann ging es wieder in die Kammer des Schreckens. Vor unserem Zimmer begegneten uns einige Kakerlaken, die über die Mülltüten krabbelten, die neben unseren Fenstern lagen, und wir schlossen schnell die Tür, damit wenigstens die draußen blieben. Wir mochten uns kaum in die Betten legen, weil auch die irgendwie nicht den Anschein machten, sauber zu sein, und dann kam aus dem Bad ein kurzer Aufschrei, weil die Freundin von meinem Bruder in der Dusche eine Begegnung mit einer riesigen Kakerlake hatte. Da stand für uns fest, dass wir hier keine zweite Nacht verbringen werden, auch wenn wir sie schon gebucht hatten. Wir gaben nun also noch mehr Geld für die Unterkunft aus und buchten für die letzte Nacht ein 3 Sterne Hotel. 

Auch wenn die Tapeten dort schon anfingen, sich von der Wand zu lösen, so war es doch wenigstens sauber und roch neutral und als ich endlich unter der Dusche stand und den Ekel vom Vortag abwaschen konnte, war das der Himmel auf Erden! 

 

 

Unser Hotel lag in unmittelbarer Nähe zu einer Einkaufszone und in direkter Nähe befand sich ein großer Lebensmittelmarkt, dessen Gestank uns aber schnell weitertrieb und auch das Rathaus und das Europäische Parlament waren nah, doch so richtig spektakulär fanden wir beides nicht. 

Also marschierten wir direkt zur Akropolis, natürlich wieder zur Mittagszeit und bei 38°C im Schatten – super Idee! Der Eintrittspreis war unverschämt teuer, doch die Tempelanlage wollten wir schon gerne sehen, wenn wir schon mal da waren. Schon bevor wir überhaupt am Tempel auf dem Berg angekommen waren, waren wir von der Sonne und der Wärme so geschafft, dass wir den Moment gar nicht richtig genießen konnten, auch wenn sich uns ein richtig toller Blick auf die Stadt bot. Zum Abschluss unserer Reise zogen wir noch einmal in die Stadt, um lecker zu essen und ein letztes Mal die Leichtigkeit, die fröhlichen Stimmen und das Gelächter in uns aufzusaugen.

In Athen angekommen fuhren wir mit dem Taxi zu unserer Unterkunft und waren froh, dass der Taxifahrer die Adresse auf unserem Handy …

Unsere Reise begann im wunderschönen Porto. Da wir nicht wirklich ein Ziel vor Augen hatten, ließen wir uns einfach treiben und verloren …

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