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Die nördliche Atlantikküste um Porto

Unsere Reise begann im wunderschönen Porto. Da wir nicht wirklich ein Ziel vor Augen hatten, ließen wir uns einfach treiben und verloren uns in der Schönheit der vielen kleinen Gassen und den Blick auf den Douro. Porto hat uns gleich auf den ersten Blick verzaubert und so waren wir voller Vorfreude auf alles, was noch kommen würde.

Mit unserem nagelneuen Peugeot fuhren wir zunächst in den Norden nach Braga. Bei Nieselregen erklommen wir die Stufen des Bom Jesus und ärgerten uns ein wenig, dass uns der bedeckte Himmel die Aussicht auf Braga vermieste. Die Innenstadt Bragas brachte mit ihren vielen bunten Blumenbeeten Farbe in den Tag und ließ die Stadt trotz grauem Himmel richtig schön strahlen.

Auf dem größten Markt Portugals in Barcelo gibt es wirklich alles – den riesigen, saftigen Pfirsichen konnte ich am Ende nicht widerstehen.

Ponte de Lima, die älteste Stadt Portugals, empfing uns wieder mit Sonnenschein, hatte für uns aber nicht so viel zu bieten, sodass wir hier nicht viel Zeit verbrachten.

Am nächsten Tag war eine Wanderung durch den Parque Nacional de Peneda Geres geplant. Um früh morgens starten zu können, wollten wir schon dort übernachten. Leider führte unser Navi uns über kleinste Feldwege ins Nirgendwo, bis wir auf einer Wiese unser Ziel erreicht haben sollten. Ich fahre wirklich gerne Auto, aber da war ich so gereizt und angespannt, dass ich einfach nicht mehr wollte und Ulli uns am Ende aus den Bergen wieder in die Zivilisation führen musste. Als wir die ersten Fahrbahnmarkierungen sehen konnten, waren wir so erleichtert und konnten über unsere Irrfahrt endlich lachen. Für uns hatte es sich damit aber auch mit dem Parque Nacional de Peneda Geres erledigt und wir fuhren lieber wieder zurück nach Braga. Später stellten wir dann auch fest, dass es die Straße, zu der wir wollten, dreimal in Portugal gab und wir uns zweimal für die falsche entschieden haben und es zu der richtigen Adresse eine Autobahnverbindung gegeben hätte. Schaut euch also vorher gut an, wo ihr hinwollt und kontrolliert den Ort lieber noch einmal im Navi, damit euch nicht das gleiche passiert. Und wenn es keine Fahrbahnmarkierungen mehr gibt und euch die Einheimischen ganz erstaunt anschauen, seid ihr wahrscheinlich auf dem falschen Weg. Zum Glück haben wir unseren kleinen Peugeot dort ohne eine einzige Schramme wieder hinausmanövriert – oder besser gesagt Ulli, ich hätte wohl dort mitten im Nirgendwo mein Zelt aufschlagen müssen.

In Medas im Douro-Tal wollten wir eigentlich wandern, konnten jedoch keine Wanderwege entdecken und so genossen wir einfach die Sonne und badeten im Douro. Wir hatten Glück und durften unser Zelt für eine Nacht direkt unten am Wasser aufstellen, auch wenn der Campingplatz schon komplett ausgebucht war. Wie aus dem Nichts zogen am Abend auf einmal richtig dunkle Wolken über dem Douro-Tal auf, doch der Regen blieb aus. Als wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Vila do Conde machten, sahen wir nach wenigen Kilometern riesige Rauchschwaden aufsteigen. Da bekamen dann auch wir mit, dass um uns herum überall in Portugal schlimme Waldbrände wüteten. Übrigens auch im Parque Nacional de Peneda Geres, weshalb es im Nachhinein wohl gut war, dass unser Navi uns auf Irrwegen geschickt und nicht ans Ziel geführt hat.

Auch in Vila do Conde war der Campingplatz restlos ausgebucht, sodass wir stattdessen unser Lager in Vila Chã aufbauten. Der Campingplatz war nah am Atlantik und richtig schön. Wir erkundeten Vila do Conde und machten im Sonnenuntergang von unserem Campingplatz aus einen kilometerlangen Spaziergang hinter den Dünen und am Strand entlang.

Auch São Jacinto verzauberte uns mit seiner Schönheit. Dieser scheinbar endlose Strand hinter den Dünen ist einfach perfekt, um die Seele baumeln zu lassen und ein gutes Buch zu lesen. Die goldene Stunde nutzten wir für einen Spaziergang in dem angrenzenden Naturreservat – nur wir beiden und das Vogelgezwitscher. Der Weg führte hinunter zu den Dünen und auch wenn es hier keinen Zugang zum Strand gibt, ist es ein richtig schönes Fleckchen Erde. Hier kann es abends ziemlich windig werden, sodass man sein Zelt auf jeden Fall immer gut befestigen sollte.

Im nahegelegenen wunderschönen kleinen Örtchen Aveiro machten wir eine Fahrt mit einem Moliceiro über den Canal Central de Aveiro, die uns aber ziemlich enttäuschte, vor allem, weil unser Bootsmann zwar Englisch sprach, aber alle Erklärungen zu den Gebäuden nur auf Portugiesisch machte. Wir waren zur Mittagszeit dort, sodass die meisten Geschäfte aufgrund der „Siesta“, der Mittagspause, leider geschlossen waren.  

In Costa Nova war das allerdings schon wieder vergessen. Die bunt gestreiften Häuser sahen so gemütlich und einladend aus, dass wir uns sofort richtig wohl fühlten. Weil wir hier einfach nicht so schnell wieder wegwollten, verbrachten wir den Tag an dem schönen Strand und brutzelten in der Sonne. Im Gegensatz zu den Einheimischen um uns herum, die meistens hinter einem Windschutz lagen, freuten wir uns aber tierisch über jedes kleine Lüftchen.

 

Auf dem Weg nach Coimbra begleiteten uns wieder die Rauchschwaden…

Auf dem Weg nach Coimbra begleiteten uns wieder die Rauchschwaden, auf unserem Campingplatz regnete es Asche und die rote Sonne verschwand, obwohl …

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