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Die Atlantikküste zwischen Coimbra & Lissabon

Auf dem Weg nach Coimbra begleiteten uns wieder die Rauchschwaden, auf unserem Campingplatz regnete es Asche und die rote Sonne verschwand, obwohl sie noch hoch oben am Himmel stand. Es war doch irgendwie ein ziemlich bedrückendes Gefühl, dass wir entspannt reisten und das Land erkundeten, während um uns herum die schlimmsten Waldbrände seit langer Zeit wüteten. An der Universität von Coimbra sind wir das erste Mal auf wirklich große Touristenmengen gestoßen, die sich allesamt die Uni ansehen wollten. Obwohl die Schlange wirklich sehr lang war und wir eigentlich absolut keine Lust hatten, unsere kostbare Zeit mit Warten zu verbringen, reihten wir uns letztendlich doch ein und es hat sich absolut gelohnt! Vor allem die Bibliothek mit ihren goldenen Verzierungen hat mich absolut beeindruckt.

Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten und sich schon Enttäuschung breit machte, haben wir dann doch auch noch die Innenstadt gefunden, die uns letztlich mit ihren hübschen Gassen doch vom Charme der Stadt überzeugen konnte.

 

 

Auf dem Weg nach Figuera da Foz kamen wir am Castelo de Montemor-o-Velho vorbei, eine hübsche alte Burg, für die sich auf jeden Fall ein Stopp lohnt, wenn sie auf dem Weg liegt. Der Ort von Figuera da Foz hatte für uns nicht sonderlich viel zu bieten, sodass wir stattdessen den Tag am Strand verbrachten, den Fischern zusahen wie sie ihre Netze auswarfen und abends einen herrlichen Sonnenuntergang genossen, auch wenn der aufgrund der dicken Rauchwolken wieder ziemlich weit oben am Himmel endete. Weil uns die Mücken drohten aufzufressen, flüchteten wir uns nach Sonnenuntergang ganz schnell ins Zelt. Beim nächsten Mal würde ich mich lieber gleich mit Mückenschutz einsprühen, um die Sommerabende noch mehr genießen zu können.

 

 

 

 

Auch wenn es wirklich richtig warm war, mit Temperaturen über 30°C, war das Atlantikwasser einfach eiskalt. Mir reichte es darum meist schon, nur die Füße ins Wasser zu halten, um kurz wieder abzukühlen. Trotzdem gingen wir am nächsten Tag surfen, aber weil die Wellen leider nicht so gut waren, fing ich bald an zu frieren und hielt es trotz Neoprenanzug nicht mehr im Wasser aus.

Unsere Reise führte uns als nächstes nach Fatima, dem Pilgerort der Katholiken. Hunderte von Gläubigen liefen hier auf Knien den Gebetsgang entlang – so etwas habe ich noch nie zuvor gesehen. Im Mittelpunkt steht die Basílica de Nossa Senhora do Rosário, eine wunderschöne, sehr helle Kirche, die so ganz anders aussieht, als alle anderen Kirchen, die wir bisher gesehen haben und so eine absolute Leichtigkeit verströmt.

Wenn auch ganz anders, zog uns auch das Kloster von Batalha in seinen Bann. Mit den ganzen Verzierungen in den Steinen erinnerte es uns strak an Hogwarts aus Harry Potter und wir standen staunend da, um die Architektur und das feine, detailverliebte Handwerk zu bewundern. Das Kloster in Alcobaça war genauso riesig, konnte aber ansonsten nicht mit dem in Batalha mithalten. Unser Zelt schlugen wir in Paitaias auf, wo wir die letzten Sonnenstrahlen des Tags in der angrenzenden Bucht genossen und von hieraus am nächsten Tag nach Nazaré starteten.

 

 

 

Die Hauptstraße von Nazaré war voller Menschen, es herrschte Gedränge und war so gar nicht das, was wir wollten. Also fuhren wir mit der Standseilbahn hinauf in die Altstadt, um dem Tumult zu entkommen. Oben empfingen uns süße kleine Häuschen, eine hübsche Kirche und wieder die entspannte, gemütliche Atmosphäre, die uns schon unsere ganze Reise durch Portugal begleitete. Die Straßenmusiker machten den Moment perfekt! Von hier hatte man einen tollen Ausblick auf die Stadt und den davorliegenden Strand. Beim Leuchtturm pustete uns der Wind um die Nase und trotzdem war an dem Strand, an dem sonst die weltgrößten Wellen zu sehen sind, komplett tote Hose. Für die Monsterwellen war es einfach die falsche Jahreszeit. In der Altstadt liefen uns wieder einmal viele streunende Hunde über den Weg und gerade die kleinen Welpen ließen unsere Herzen einfach dahinschmelzen. Richtig traurig zu sehen, dass diese süßen Wesen kein Zuhause haben.

 

 

 

Ein kleines Örtchen, das uns absolut überraschte, war Óbidos. Eingeschlossen von einer Stadtmauer tauchten wir ein in die fröhliche Atmosphäre der Altstadt, schlenderten durch die engen, verwinkelten Gassen und Lädchen, probierten Kirschlikör aus Schokobechern und genossen einen frischgepressten Orangensaft, während um uns herum ein Stimmengewirr von fröhlichen Leuten herrschte.

 

 

 

 

Die Halbinsel Peniche ist als Surfspot bekannt und so wollten wir uns hier auch noch einmal in die Wellen stürzen. Als wir jedoch ankamen, empfing uns eisiger Wind, der uns dazu brachte, dass wir den Abend statt wie sonst so lange wie möglich draußen zu sitzen, windgeschützt im Zelt verbrachten. Da es auch am nächsten Tag nicht wärmer war, entschieden wir uns kurzerhand dafür, weiter Richtung Sintra zu fahren.

Die größte Klosteranlage Portugals, der Nationalpalast Mafra, war zwar auch ein beeindruckendes Bauwerk, in unseren Augen war es aber nicht so lohnenswert. Stattdessen sollte lieber der Coba da Roca auf eurer Liste stehen. Dies ist der westlichste Festlandpunkt Europas. Hier sammeln sich zwar auch einige Touristen vor allem zum Sonnenuntergang, aber trotzdem ist der Leuchtturm mit der Felsküste als Kulisse einfach traumhaft schön. Der Wind war nur ziemlich kalt und dummerweise hatten wir uns darauf verlassen, hier etwas zu essen kaufen zu können, sodass wir uns gleich wieder auf den Weg zum Campingplatz machen mussten, nachdem die Sonne weg war. Ich denke, hier könnte man auch einen tollen Sternenhimmel zu sehen bekommen.

 

 

 

 

In Sintra mussten wir uns erst einmal mit unserem Auto annähernd bis zum Stadtkern vorkämpfen, da hier so viele Autos und Busse unterwegs waren. Den Rest liefen wir dann zu Fuß, weil uns der stockende Verkehr schlicht den letzten Nerv raubte. Es wäre sicherlich einfacher gewesen, mit dem Bus hierher zu fahren. Als wir aber in die kleinen Gassen abgetaucht waren, wurde es gleich viel besser. Wir kauften uns die für Sintra typischen, leckeren „traveillos“ und machten uns auf den Weg hinauf zum Castelo do Mouros. Von hier oben hatte man einen herrlichen Blick auf die Umgebung bis hin zum Atlantik. Auch wenn der Eintritt in die Burg Geld kostet, würde ich es für diesen Ausblick immer wieder zahlen.

 

 

 

Auch Lissabon schaffte es nicht gleich, uns zu überzeugen. Die Fahrt in die Innenstadt dauerte aufgrund des vielen Verkehrs mit unserem Auto wieder Ewigkeiten und auch die Parkplatzsuche gestaltete sich äußerst schwierig. Als wir dann noch an der Haltestelle der berühmten Linie 28 2h darauf warteten, dass wir endlich einen Platz ergattern können, war meine Laune wirklich im Keller. Mit der Straßenbahn kann man jedoch eine kleine Sightseeingtour machen, da sie an den meisten Sehenswürdigkeiten direkt vorbeifährt. Wir stiegen jedoch auf dem Berg aus und liefen durch die Gassen von Alfama den Berg runter zum Wasser. Im Vergleich zu den Gassen von Porto enttäuschten mich diese hier allerdings auch.

 

 

 

Etwas gefrustet von den Eindrücken es Vortages besuchten wir den Torre de Belém, der uns auch absolut nicht vom Hocker haute. Zum einen haben wir einen viel größeren Turm erwartet und zum anderen waren auch hier so unfassbar viele Menschen unterwegs. Doch wir gaben Belém noch eine Chance und so reihte ich mich in die lange Schlange vor der Bäckerei ein, in der es die besten Pasteis de Nata geben sollte und das hat sich absolut gelohnt. Diese Puddingteile waren wirklich so unfassbar lecker und nicht zu vergleichen mit denen, die ich bisher gegessen hatte.

Mit botanischen Gärten schafft es eigentlich jede Stadt, uns von ihrem Charme zu überzeugen, doch selbst der sollte Eintritt kosten, weshalb wir ihn genervt links liegen ließen. Das Mosteiros dos Jeronimos brachte dann unsere Begeisterung zurück. Auch wenn die Menschenschlange auch hier schier unendlich schien, reichte die detaillierte Fassade schon aus, um uns zu begeistern. Wir erkundeten außerdem das ehemalige Expo-Gelände, dass mittlerweile zu einer riesigen Parkanlage umgebaut wurde, in der sich Restaurants, Konzerthallen, ein Aquarium und eine Shoppingmall finden lassen, und genossen ein letztes Mahl in einem der Restaurants.

 

 

 

 

Da wir insgesamt bis hierhin nicht verstehen konnten, weshalb so viele Leute von Lissabon so begeistert sind, beschlossen wir, Alfama noch eine Chance zu geben und was soll ich sagen? Es war die richtige Entscheidung! Auch wenn ich den Gassen von Porto nach wie vor den Vorzug geben würde, entdeckten wir hier einige wirklich schöne Ecken und so verliebte ich mich am Ende doch noch ein wenig in Lissabon.

 

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