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Bangkok & der Norden Thailands

Unsere Reise begann in Bangkok. Als wir nach unserer Ankunft in Richtung der Khaosan Road – der Partymeile in Bangkok – gingen, war ich völlig erschlagen – erschlagen von dem Lärm, der hohen Luftfeuchtigkeit, dem Geruch und dem Schmutz. Ich konnte mir kaum vorstellen, irgendwie Gefallen an dem Land zu finden und fragte mich, wie ich wohl die drei Wochen überstehen sollte. Zum Glück hatten wir schon im Vorwege beschlossen, Bangkok am nächsten Tag wieder zu verlassen. 

Am ersten Abend trauten wir uns noch nicht an thailändisches Essen heran, obwohl es überall Essenstände und kleine Bars gab. So entschieden wir uns erstmal für Pizza. Die Pizza war super klein und verhältnismäßig teuer, aber für unsere Mägen als Einstieg genau das Richtige. Nach einer erholsamen Nacht in unserer Unterkunft und einem leckeren Frühstück in einem der unzähligen Bars erkundeten wir Bangkok noch einmal bei Tageslicht. Wir hatten traumhaft schönes Wetter, weshalb wir beschlossen, mit dem Bootstaxi über den Chao Phraya zu düsen und so noch einen anderen Blick auf die Stadt zu bekommen. 60 Baht sollte die Fahrt eigentlich kosten, bezahlt haben wir am Ende aber nur 20 Baht bzw. 5 Baht – das ist wohl einfach eine Glückssache. Aus Brisbane kannten wir es so, dass das Bootstaxi im Kreis fährt, sodass wir nicht schlecht guckten, als das Boot in einer Reihe anderer Boote an einem Steg festgebunden wurde. Wir wussten nicht recht, ob von dort auch wieder ein Boot zurückfahren würde, sodass wir zu Fuß zum nächsten Anleger liefen. Dabei kamen wir an einer Schule vorbei, aus deren offenen Fenstern so unglaublich viel Lärm kam. Gefühlt redeten, schrien und sangen 1000 Stimmen durcheinander. Es war so schön, so viel Leben zu hören.

Zurück in der Soi Ram Butri trauten wir uns das erste Mal an ein thailändisches Essen heran und es war so unfassbar gut!

Noch kurz in unserer Unterkunft frisch gemacht, stiegen wir mit den ersten drei Mückenstichen im Gepäck in unseren Nachtbus in den Norden nach Chiang Mai. 

Der Bus war schon etwas in die Jahre gekommen, aber hatte super Liegesitze und so konnten wir wirklich ziemlich gut schlafen. Was aber gar nicht ging, war die Toilette: kein Licht, es war super eng und es war alles nass, denn es gab kein fließendes Wasser, sondern nur einen Wassereimer mit einer Schöpfkelle. Man wusste also nicht so genau, ob man in einer Wasserpfütze oder in einer Pipipfütze stand – das war echt ekelig. Nach ungefähr der Hälfte der Zeit hielt unser Bus, ohne auch nur ein Wort der Ankündigung, an und so wusste niemand, wie lange unsere Pause war und wir trauten uns nicht, in Ruhe unsere Gutscheine fürs Essen in der Raststätte einzulösen. An dieser Raststätte sahen wir zum ersten Mal neben normalen Toiletten auch Hocktoiletten und wir befürchteten, dass der Standard nun außerhalb Bangkoks rapide sinken würde. 

Nach 10 Stunden Fahrt empfing uns Chiang Mai mit einem traumhaft schönen leuchtendroten Mond. Leider dauerte unsere Fahrt aber doch noch einen Moment, sodass ich keine Gelegenheit bekam, dieses Naturschauspiel festzuhalten. 

Chiang Mai wirkte auf den ersten Blick so viel ruhiger und aufgeräumter, sodass ich mich gleich wesentlich wohler fühlte. Gestärkt nach einem Frühstück in einem der Cafés erkundeten wir die Stadt, wobei wir im City Arts & Cultural Center einen Ausflug in die Geschichte Chiang Mais machten. Am Abend machten wir uns auf den Weg zur anderen Seite der Altstadt, die außerhalb der alten Stadtmauern liegt, und schlenderten über den Nightmarket. Der war wirklich richtig schön und es gab alles Mögliche zu kaufen. Auch wenn das Essen wirklich richtig lecker aussah, entschieden wir uns noch einmal für europäisches Essen und gingen zu McDonalds. Nachdem wir noch eine ganze Weile über den Markt geschlendert sind, probierten wir dann doch noch etwas von den Ständen und so gab es zu richtig guter Musik, unter funkelnden kleinen Lichtern und dem über uns leuchtenden Vollmond Sommerrollen und Crêpes.

Der nächste Tag begann für uns mit einer Suche nach einem 7eleven, die es eigentlich an jeder Ecke zu finden gibt, um ein wenig Proviant für den Tag zu besorgen. Hier gibt’s sie offenbar nicht an jeder Ecke, sodass wir doch ein wenig durch die Stadt geirrt und in verlassenen Gassen gelandet sind. Aber so sind wir auch im wunderschönen Stadtpark gelandet, der sonst nicht auf unserer Liste gestanden hätte. 

Mit einem Songthaew, den Sammeltaxis in Thailand, ging es über Serpentinen durch den Dschungel hinauf auf den Doi Suthep zum Wat Phra That Doi Suthep, einer riesigen Tempelanlage. Oben angekommen musste ich mich erstmal von der Übelkeit erholen. Ich vertrage das Autofahren ohnehin nicht ganz so gut, aber der Fahrstil der Thais hat mich manchmal absolut an meine Grenzen gebracht. 

Über die ca. 200 Stufen der Naga-Treppe ging es hinauf zu diesem strahlenden goldenen Tempel. Ich hatte aus dem Tag zuvor gelernt und mir ein T-Shirt und einen langen Rock angezogen, denn in die meisten Tempel kommt man nicht hinein, wenn die Schultern und Knie nicht bedeckt sind, und allein aus Respekt gegenüber den Gläubigen sollte man sich immer an diese Regel halten. Vom Berg aus hatte man einen grandiosen Blick über Chiang Mai und die Tempelanlage war wirklich beeindruckend.

Auf unserer Fahrt zurück in die Stadt quetschten wir uns mit 13 Leuten auf die zwei Sitzbänke und sammelten unterwegs noch zwei ein, wovon einer auf der Treppe stehen bleiben musste, weil für ihn kein Platz mehr war. Wahnsinn, was hier so alles möglich ist – und ich machte mir auf der Nachtbusfahrt noch Gedanken darüber, ob ich mich wohl anschnallen muss. 😀 

Zurück in der Altstadt von Chiang Mai aßen wir bei Livemusik in einem der Restaurants unsere ersten thailändischen Frühlingsrollen – yammi! Auf dem Weg zurück zum Hotel unterhielten wir uns darüber, wie erstaunlich es sei, dass wir trotz der ganzen Essensstände und den Müllsäcken auf den Straßen noch keine Ratten gesehen haben und zack – da lief uns die erste über den Weg! Iiiih! Na ja, wenigstens waren unsere Unterkünfte wirklich alle tadellos sauber. 

Am nächsten Tag stand für uns eine Trekkingtour auf dem Programm – Elefantencamp, Wanderung und Wildwasser Rafting. Im Pickup stärkten wir uns mit ein wenig trockenem Toast und einem Joghurt, denn wir wussten nicht so recht, wie gut die Verpflegung so sein würde. Auf halbem Weg machten wir noch einen Halt auf einem heimischen Markt, wo es wieder alles Mögliche zu kaufen gab. Alles war ungekühlt, auch rohes Fleisch. Das war für uns ziemlich befremdlich, weil wir es aus dem guten alten Deutschland eben doch ganz anders kennen.

Im Elefantencamp angekommen fühlten wir uns wie in einer anderen Welt – die Ruhe und dann die Elis dazu waren wirklich der Wahnsinn. 

Nach einer kurzen Einführung durften wir zu den Elefanten auf die Weide, wo wir sie mit Zuckerrohr, Bananen und Elefantengras fütterten und streichelten. Ich muss sagen, ich hatte doch richtig Respekt vor diesen großen Tieren und fühlte mich am wohlsten in ein wenig Entfernung. Im Anschluss besuchten wir noch die zuckersüßen Babyelfanten, die wirklich einfach nur zum Dahinschmelzen waren! Auch baden konnten wir mit den Elefanten, wobei ich das tatsächlich nicht so unterhaltsam fand. Das Füttern alleine hätte mir schon gereicht.

Nach einem leckeren Pad Thai und Ananas zum Nachtisch wanderten wir am Flusslauf entlang hinauf zu einem Wasserfall. Dort angekommen, freuten wir uns richtig über die Abkühlung in dem kalten Nass und genossen den Moment umgeben von den Geräuschen des Dschungels. 

Auch die darauffolgende Raftingtour hat richtig Spaß gemacht, obwohl sie bei Tripadvisor als langweilige Kaffeefahrt beschrieben wurde. Und alleine für den Blick auf den Regenwald hat sich die Tour gelohnt.

Zurück in der Stadt waren wir völlig k.o. von dem Tag, gingen aber doch nochmal wieder zurück zum Nightmarket, um etwas zu Abend zu essen. Auf dem Weg dorthin stießen wir auf den Umzug „Chiang Mai Pride“, bei der Schwule, Lesben und Transvestiten auf den Straßen eine riesige Party machten. Wir wussten nicht so genau, wie gern mal als Touris bei solchen Veranstaltungen gesehen wird und so blieb doch irgendwie ein mulmiges Gefühl, auch wenn wir uns das Spektakel gerne anschauten. 

Nach einem einfachen Frühstück begann für uns bei über 30°C und nur so halbwegs funktionierender Klimaanlage unsere 3,5-stündige Busfahrt nach Chiang Rai. Die Fahrt war absolut abenteuerlich. Es ging quasi über Stock und Stein – jedenfalls über sandige Schotterpisten und steil bergauf. An einem dieser Berge wollte unser Busfahrer schalten, bekam den Gang aber nicht rein und hat dann den Bus abgesoffen und wir rechneten schon damit, dass wir jeden Moment den Berg wieder rückwärts runterrollen würden. Es ist aber nochmal gut gegangen und so sind wir wohlbehalten in Chiang Rai angekommen. 

Von der abendlichen Lichtershow am Old Clock Tower haben wir uns eindeutig mehr versprochen, sodass wir uns dann lieber den Nightmarket anschauten. Hier gab es wesentlich weniger europäische Gerichte und es ging etwas ungeordneter zu als in Chiang Mai, aber dennoch war dieses bunte Treiben wieder so schön zu beobachten. 

Am nächsten Tag besichtigten wir den White Temple, der sowohl von außen als auch von innen so ganz anders war als alle anderen Tempel, die wir bisher gesehen haben. Die Wände waren voller Wandgemälde, die auch aktuelle Thematiken aufgriffen wie z.B. Alkohol oder die Abhängigkeit von Konsumgütern. Das hat mich so richtig fasziniert. Und immer wieder hat man neue Kleinigkeiten entdeckt, die einem beim ersten Hinschauen entgangen waren.

Anschließend fuhren wir im Singha Park mit Fahrrädern über den 9km-langen Radweg durch Teeplantagen, Blumenwiesen, vorbei an Seen und dem kleinen Zoo mit Zebras und Giraffen. Die Fahrräder haben mit 150 Baht/Person verhältnismäßig viel Geld gekostet, aber dennoch hat es sich gelohnt. Da Chiang Rai nicht so touristisch ist wie Chiang Mai, fahren hier auch nicht so viele Taxis auf der Suche nach Passagieren herum, sodass wir am Singha Park festhingen. Nach einiger Zeit kam dann doch noch ein Taxi – mit seinem Schrein auf dem Dach und den glühenden Räucherstäbchen das skurrilste Taxi, das wir bis jetzt gesehen haben.

Zum Sonnenaufgang machten wir uns am nächsten Tag zu Fuß auf den Weg zum Blue Tempel, der auf den ersten Blick so aussah wie aus Aladdin. Er machte seinem Namen auch von Innen alle Ehre und war, wenn auch so ganz anders, wirklich schön anzusehen.

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Mit dem Flieger ging es in den Süden nach Phuket, wo wir auch den Nachtmarkt besuchten, der sich aber deutlich von den …

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